26. Juni 2026
Zuletzt geändert am 23. August 2026

Kapitalgesellschaften (insbesondere die GmbH) müssen ihren Jahresabschluss beim Firmenbuch offenlegen. Er besteht im Kern aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) – und ist eine der besten frei verfügbaren Quellen, um die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens einzuschätzen.

Die Bilanz: eine Momentaufnahme

Die Bilanz zeigt zu einem Stichtag, was ein Unternehmen besitzt (Aktiva) und wie es finanziert ist (Passiva). Beide Seiten sind immer gleich groß – ihre Summe ist die Bilanzsumme.

  • Anlagevermögen – langfristig gebundene Mittel (Gebäude, Maschinen, Beteiligungen)
  • Umlaufvermögen – kurzfristig verfügbar (Vorräte, Forderungen, liquide Mittel)
  • Eigenkapital – das den Eigentümern zustehende Kapital; ein hoher Anteil spricht für finanzielle Stabilität
  • Verbindlichkeiten – Schulden gegenüber Banken, Lieferanten und anderen Die Eigenkapitalquote (Eigenkapital ÷ Bilanzsumme) ist eine der aussagekräftigsten Stabilitätskennzahlen.

Die GuV: der Film über ein Jahr

Während die Bilanz ein Stichtagsbild ist, zeigt die GuV die Entwicklung über das Geschäftsjahr:

  • Umsatzerlöse – die Erlöse aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
  • Betriebserfolg (EBIT) – Ergebnis vor Zinsen und Steuern
  • Jahresüberschuss / -fehlbetrag – das Ergebnis nach Steuern, also der „Gewinn" oder „Verlust"

Worauf sollte man achten?

Einzelne Zahlen sagen wenig – entscheidend ist der Verlauf über mehrere Jahre und das Verhältnis zueinander. Wächst der Umsatz, aber das Eigenkapital schrumpft? Steigen die Verbindlichkeiten schneller als das Vermögen? Solche Muster sind oft aufschlussreicher als ein einzelner Gewinn.

In Firmenakte sehen Sie die offengelegten Kennzahlen mehrerer Jahre auf einen Blick – inklusive Trendgrafiken für Umsatz, Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl.